Unsere Leitlinien
Stand Juli 2026
Präambel
Die PaSo gGmbH versteht Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession und als gesellschaftspolitische Akteurin. Unser Handeln orientiert sich an der Würde, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Teilhabe jedes Menschen. Wir unterstützen Menschen in schwierigen Lebenslagen und nehmen zugleich die sozialen, institutionellen und politischen Bedingungen in den Blick, die ihre Handlungsmöglichkeiten begrenzen.
Wo soziale Rechte geschwächt, Ausgrenzung normalisiert oder Menschenwürde infrage gestellt werden, beziehen wir klar Position. Wir reflektieren insbesondere Macht- und Ausschlussmechanismen und treten Diskriminierung sowie allen Ideologien der Ungleichwertigkeit entschieden entgegen. Parteilichkeit bedeutet für uns, an der Seite unserer Adressat:innen zu stehen, ihre Perspektiven ernst zu nehmen und gemeinsam Zugänge, Handlungsspielräume und Möglichkeiten selbstbestimmter Teilhabe zu eröffnen.
Ausgangspunkt unserer Arbeit ist die individuelle Lebenswirklichkeit. Wir verstehen Adressat:innen als Expert:innen ihrer Lebensführung und begegnen ihnen mit einer fragenden, ressourcenorientierten und wertschätzenden Haltung. Unser systemisch-konstruktivistisches Verständnis unterstützt uns dabei, unterschiedliche Wirklichkeiten anzuerkennen, eigene Annahmen zu reflektieren und gemeinsam tragfähige Veränderungen zu entwickeln. Fachlichkeit und Menschlichkeit gehören für uns untrennbar zusammen.
Die Satzung der PaSo gGmbH, die Berufsethik des Deutschen Berufsverbandes für Soziale Arbeit e. V. und diese Leitlinien bilden den verbindlichen Rahmen unseres Handelns nach innen und außen.
1. Menschenrechte, Fachlichkeit und Menschlichkeit
Die Würde jedes Menschen steht im Mittelpunkt. Wir verbinden fachliche Standards, Wissen und Methoden mit Empathie, Zugewandtheit und einer verständlichen, niedrigschwelligen Kommunikation. Menschen begegnen wir respektvoll, auf Augenhöhe und mit dem Anspruch, gemeinsam alltagstaugliche Lösungen zu entwickeln. So schaffen wir die Grundlage für vertrauensvolle und tragfähige Beziehungen.
2. Vielfalt, Antidiskriminierung und demokratische Verantwortung
Wir stehen für Vielfalt, Respekt und Toleranz. Kein Mensch darf aufgrund von Herkunft, rassistischen Zuschreibungen, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Weltanschauung, Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Alter, Behinderung oder Krankheit, sozialer Herkunft, sozialem Status oder Lebensentwurf benachteiligt, abgewertet oder respektlos behandelt werden – weder im direkten Kontakt noch durch strukturelle Rahmenbedingungen.
Wir wenden uns insbesondere gegen Rassismus, Antisemitismus, antimuslimische Diskriminierung, Sexismus, Queer- und Transfeindlichkeit, Klassismus, Sozialchauvinismus, Altersdiskriminierung, Behindertenfeindlichkeit sowie jede weitere Form der Diskriminierung. Wir achten auf diskriminierungssensible Sprache und Strukturen, reflektieren Privilegien und Machtverhältnisse und gestalten unsere Angebote inklusiv, barrierearm und niedrigschwellig.
Als Trägerin Sozialer Arbeit nehmen wir unser politisches Mandat ernst. Wir setzen uns für den Abbau struktureller Ungleichheit ein, stärken demokratische Werte und ermutigen Menschen, sich für Freiheit, Gerechtigkeit, ein respektvolles Miteinander und gesellschaftliche Teilhabe einzusetzen.
3. Professionelle Arbeit mit Adressat:innen
Würde, Parteilichkeit und Augenhöhe: Wir achten die Würde unserer Adressat:innen, vertreten ihre Interessen anwaltschaftlich und stehen parteilich an ihrer Seite. Unterschiedliche Lebensweisen respektieren wir und verzichten auf vorschnelle Bewertungen.
Selbstbestimmung und Teilhabe: Wir fördern Selbstermächtigung, Beteiligung und eigene Entscheidungen. Dazu schaffen wir inklusive Räume, bauen Barrieren ab und unterstützen Engagement und Mitgestaltung.
Systemisch-konstruktivistisches Handeln: Wir reduzieren Menschen und ihr Verhalten nicht auf Defizite oder vermeintlich eindeutige Ursachen. Mit Neugier und Respekt machen wir gemeinsam Ressourcen sichtbar, erweitern Handlungsspielräume und entwickeln passende Möglichkeiten für Veränderung.
4. Zusammenarbeit, Verantwortung und Fürsorge im Team
Wir gestalten die Zusammenarbeit offen, transparent und wertschätzend. Fachlichen Austausch, unterschiedliche Perspektiven und kreative Lösungswege verstehen wir als Bereicherung. Individuelle Potenziale werden erkannt, gefördert und für die gemeinsame Weiterentwicklung genutzt.
Mitarbeitende übernehmen Verantwortung für ihr Handeln und für die Entwicklung der Organisation. Persönliche und berufliche Grenzen aller Beteiligten werden respektiert. Eigene Belastungsgrenzen nehmen wir ernst, kommunizieren sie frühzeitig und holen bei Bedarf Unterstützung im Team oder bei der Leitung.
Wir kommunizieren transparent, hören einander zu und sprechen Rückmeldungen, Herausforderungen und Konflikte offen an.
Wir pflegen eine fehlerfreundliche Haltung: Fehler sind Teil von Lern- und Entwicklungsprozessen und werden offen, respektvoll und ohne Abwertung bearbeitet.
5. Kooperationen auf gemeinsamer Wertebasis
Von unseren Kooperationspartner:innen erwarten wir die Achtung grundlegender ethischer Prinzipien, insbesondere der Menschenwürde, Vielfalt und Antidiskriminierung. Zusammenarbeit gestalten wir offen, respektvoll und ehrlich. Alle Beteiligten sollen ihre Perspektiven einbringen können und sich gegenseitig unterstützen.
Äußerungen oder Verhaltensweisen, die unseren Leitlinien widersprechen – insbesondere diskriminierende Inhalte –, lassen wir nicht unwidersprochen und reagieren angemessen.
Wir arbeiten an klaren Zielen, orientieren uns an Qualität und setzen uns im gemeinsamen Austausch für diese Leitlinien ein. Kooperationen werden regelmäßig reflektiert und weiterentwickelt.
6. Reflexion, Lernen und Verbindlichkeit
Die PaSo gGmbH versteht sich als lernende Organisation. Sie ermöglicht und fördert die Teilnahme der Mitarbeitenden an erforderlichen Reflexions- und Austauschformaten, insbesondere an Teamsitzungen, kollegialer Fallberatung, Fachteams, Supervision, KVP-Zirkeln, Klausurtagen und fachbezogenen Gremien. Sie informiert über relevante Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie interne und externe Beratungsstellen und unterstützt die Nutzung dieser Angebote.
Durch fortlaufende Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen, Ausschlussmechanismen und Barrieren, wirken wir Diskriminierung auf zwischenmenschlicher und struktureller Ebene aktiv entgegen.
Diese Leitlinien gelten verbindlich für alle Mitarbeitenden sowie für alle Personen und Organisationen, die mit uns und unseren Adressat:innen zusammenarbeiten. Sie bilden die Grundlage unseres Handelns und werden im Arbeitsalltag umgesetzt, reflektiert und kontinuierlich weiterentwickelt.